Funktion der Emotionen
„Angst schütz, Wut verteidigt, Trauer erlöst, Freude erhebt und Mitgefühl eint.“
Jede der 5 Grundemotionen hat eine fundamentale Grundberechtigung in unserem Dasein.
So sorgt die Angst dafür, dass wir im rechten Moment wachsam und bei Sinnen sind. Sie ist lebenswichtiger Bestandteil unseres feinen Gespürs.
Wut ist unsere Antwort auf das Eindringen in unser Territorium. Sie schützt uns, indem sie klare Grenzen resolut verteidigt.
Trauer ist unsere natürliche, heilende Energieform, die uns von energetischen Anhaftungen erlöst. Sie hilft uns, wahrhaftig Abschied zu nehmen. Sie macht uns aber auch verletzbar.
Der Zustand der Freude stellt sich dann ein, wenn wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Moment richten, den wir gerade erleben, und dadurch alle Emotionen frei fliessen können.
Und Mitgefühl ist ein Raum, den wir uns gegenseitig anbieten können, um blockierte Energien des anderen in Fluss zu bringen. Es ist uns nur dann möglich, wenn wir mit Gefühlen anderer in Resonanz gehen können, ohne dadurch selbst ins Elend (Mitleid) gezogen zu werden.
Glück & Flow
“Glück und Ekstase lassen sich nicht einfordern. Sie entstehen, wenn wir uns von allen Zielen und Erwartungen befreien und uns in eine tiefe Akzeptanz unseres Körpers und seiner Natur hineinentspannen.”
— Diana Richardson
Offenbar kann sich der Zustand des Glücklichseins nur durch unsere kraftvoller Präsenz im Jetzt einstellen. Erst wenn alle Energieformen (Emotionen) wieder frei fliessen können, stellt sich unser natürlicher Lebensenergiefluss wieder ein. Glücklichsein und der Zustand von Flow stehen also in einem engen Verhältnis zueinander.
Es stellt sich also die Frage, was uns denn davon abhält, im Moment präsent zu sein. Die Ursachen von energetischer Abwesenheit sind primär Leid, Ängste und Sorgen. Aus Kummer und Leid hängen wir gedanklich in der Vergangenheit fest, aus Ängsten und Sorgen in der Zukunft. Doch den Fluss von Lebensenergie können wir weder im leidvollen Festhalten an Vergangenem noch durch sorgenvolles Nachvorneblicken begünstigen.
Der Weg führt wohl darüber, dass wir uns mit unseren Ängsten konfrontieren. Klar können wir spontan Dinge aufzählen, vor denen wir uns fürchten. Auf einer tieferen Ebene von Wahrheit ist unsere grösste Angst wohl die Angst vor dem Fühlen. Es sind unsere eigenen Emotionen, insbesondere die Trauer, die Angst und die Wut, die wir fürchten, weil wir gesellschaftliche Werte übernommen haben, die dem Offenbaren dieser Emotionen im Weg stehen, zum Beispiel:
“Mach jetzt bloss keine Szene!”
“Beiss auf die Zähne!”
“Sei nicht traurig, das wird schon wieder!”
Doch in unserer ursprünglichen Vollkommenheit und Integrität fürchten wir uns nicht vor Emotionen, sie sind vielmehr die Energie, die uns erst vollkommen macht.